Mittwoch, 25. Juli 2012

Moral


Schreiend schweben
die Geier über der Stelle,
umkreisen den Ort
an dem es liegt
einem toten Vieh gleich
in der Wüste.
Verdurstend,
verdorrend,
verwesend.
Kaum mehr Kraft
voranzukommen,
kaum mehr Kraft
sich zu wehren.
In Fetzen hängend
und mit wunden Malen
bedeckt
winded es sich,
um dem Ort
seiner Vernichtung
zu entkommen.
Da erhebt sich
riesenhaft bis in den Äther
ein Schatten,
einem Titan gleich -
die Götter zermalmend.
Nur von weiteren Geiern
umschwirrt,
die auch vor dem Zyklopen,
aus schwarzem Stein,
nicht halt machen.
Belialisch lächelnd
schaut der Riese
auf den kleinen blassen Fleck
der auf heißer Erde,
staubig und rissig
flehend fast,
die Hände zum Himmel reckt.
Dann hebt sich
der schwarze,
monströse Fuß,
denn das Ego
hat heute beschlossen
die Moral
entgültig zu begraben.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen